Mit kopfschütteln beobachtete ich die Killerspiele-Debatte von Deutschland. Alle paar Wochen hatten da der Politiker Günther Beckstein wieder einen künstlichen Anfall und wollte die sogenannten “Killerspiele” ausnahmslos verbieten.
In der Schweiz geht’s nun auch los. Auslöser war diese traurige Gesichte von letzter Woche: In Zürich, wurde ein 16-jähriges Mädchen erschossen. Der Schütze ist 21 Jahre alt. Er war ein eingebürgerter Rekrutenschule-Absolvent und erschoss das Mädchen ohne Grund mit der Schweizer-Armeewaffe SIG 550. (Zeitungsbericht zum Mord). Diese Tatsache nutzen die Politiker nun aus, um in der Schweiz die bisher weltweit erfolglose “Killerspiel-Debatte” anzuheizen.
Die
Schweizer müssen das Sturmgewehr nach der Rekrutenschule zuhause
aufbewahren, dürfen im gleichen Zuge aber keine Munition besitzen (geschichtliches dazu hier).
Die Solothurner SP-Politikerin Bea Heim möchte eine “Zertifizierungsstelle”. Nunja, Frau Heim, es gibt bereits eine Zertifizierungsstelle. Nicht umsonst gibt es auf jedem Spiel einen USK-Stempel. Meiner Meinung nach werden die Spiele ganz ordentlich eingestuft und dementsprechen gekennzeichnet. Die sogenannten “Killerspiele” haben allesamt einen Ab-18-Stempel. Nun stellt sich den Politikern bestimmt die Frage, ob ein 18jähriger in der Lage ist, ein solches Spiele zu spielen - ohne aufflammende Lust für Gewalt.
Es ist prinzipiell nicht von Bedeutung wie alt der Spieler ist, denn schlicht gesagt, ja, Killerspiele machen gewalttätig. Den Studien entnehmend für zwei (2), höchstens 15 Minuten nach dem Spielekonsum. Während dieser Zeit ist der Spieler schneller gereizt. Gut zu Beobachten ist dieses Phoenomen bei Kindern. Nach einem Actionfilm ist es aufgedreht und möchte die gezeigten Szenen am liebsten nachspielen. Aber, ich wiederhole mich gerne, nach höchstens 15 Minuten hat sich das Kind wieder beruhigt.
Das war’s dann auch schon. Aus, Ende, nach dieser Zeit ist keine excessive Gewalt mehr vorhanden.
Übrigens: Der Amokläufer von Virginia hat im Alter von 9 Jahren Sonic gespielt. Das ist ein Kinderspiel, Genre Jump&Run. Danach hat er kein PC bzw. Computerspiel mehr angefasst. (gamestar.de)
Blogtipp: lebedeph nimmt den Blick-Bericht kritisch unter die Lupe.
Desweiteren berichten digichris und mussi über die Killerspiel-Debatte.
Auszüge aus den TalkBack - Kommentaren, 20min.ch:
“Interessant ist lediglich, das man in keinem Spiel
lernt wie man die Waffe effektiv bedient. Das lernt man in der Armee
und nicht in einem Spiel. Verbietet diese bösen Spiele, es interessiert
eh keinen, wir spielen weiter.”
Dass Jessica ihr Leben lassen musste, ist tragisch. Doch tragischer
finde ich, dass sie nun als Reiterpferd in der Politik ausgenutzt wird.
Z.B. für das Verbot der Armeewaffe von der linken Seite aus, welche
aber erst die Einbürgerung des Täters ermöglichten (-> eine Art
Selbstverschuldung)
Immer sind es die bösen Games! Erklärt mir mal: warum gibt es nach dem ach so wertvollen Fussball dauernd Schlägereien aber nach LAN Parties nie, obwohl dort die soooooooooooooooo bösen Games gespielt werden?